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Interview Verbandsvorsteher





Der Naturpark Schwalm-Nette hat beim Landeswettbewerb Naturpark.2012.NRW mit seinem Projekt „Wandervolle Wasserwelt“ den ersten Platz im Rheinland belegt. Von April bis Oktober 2012 wird die Naturparkschau im 435 Quadratkilometer großen Gebiet zwischen niederländischer Grenze, Mönchengladbach, Heinsberg und Geldern die Besucher aus Nah und Fern mit unterschiedlichen Aktivitäten anlocken. Verbandsvorsteher des Zweckverbandes ist seit sechs Jahren der Kreis Viersener Landrat Peter Ottmann. Der 59-Jährige nimmt Stellung zum Stand der Vorbereitungen und was auf die Besucher der Naturparkschau in knapp zwei Jahren zukommt.




Frage: Herr Ottmann, beschäftigen Sie sich gedanklich schon mit der Naturparkschau 2012?

Ottmann: Nicht nur gedanklich. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Gerade haben wir Rainer Bonhof als Botschafter für dieses Naturspektakel gewonnen. Darüber sind wir sehr froh, dass ein Fußball-Weltmeister, der im Naturpark Schwalm-Nette lebt, die Fahnen hochhält für dieses Ereignis.

Frage: Warum der Titel „Wandervolle Wasserwelt“?

Ottmann: Weil die Landschaft unseres Naturparks von Flüssen und Seen geprägt ist. Nehmen Sie nur Niers, Nette und Schwalm, die vielen Feuchtbiotope oder die herrlichen Krickenbecker Seen. Wasser ist das besondere Merkmal unseres Naturparks.

Frage: Sie leben selbst mitten im Naturpark. Rührt daher Ihr emotionaler Bezug zu dieser Naturparkschau?

Ottmann:Ich kann schon sagen, dass ich mit dem Herzen dabei bin. Wenn ich im heimischen Nettetal aus dem Haus gehe, bin ich von unserer üppigen Natur umgeben, schnell am Wasser. Wandern, laufen, radeln, Bötchen fahren, genießen – ich weiß, wovon ich spreche, wenn ich das Wort Naturpark in den Mund nehme.


Frage: Wird die Naturparkschau ein Ausrufezeichen für die Region über das Jahr 2012 hinaus bleiben?

Ottmann: Ja, wir arbeiten nachhaltig und denken über das Jahr 2012 hinaus. Wir nutzen die Schau, den Naturpark mit all seinen Vorzügen bekannter zu machen. Die Auswirkungen für den Tourismus, die Naherholung und somit für die Wirtschaftsförderung liegen auf der Hand. Das komplette Marketing muss nachhaltig angelegt sein. Diese Chance dürfen wir nicht verstreichen lassen.


Frage: Gibt es Auflagen vom Land – schließlich fördert NRW die Naturparkschau mit 435.000 Euro?

Ottmann: Natürlich stehen wir alle in der Pflicht, dieses Geld sinnvoll einzusetzen. Wir wollen einen Mehrwert erzielen, einen dauerhaften Nutzen herbeiführen und unsere Region dadurch ein Stückweit attraktiver und interessanter machen.

Frage: 2012 ist auf niederländischer Seite auch das Jahr der Floriade. Kann die Naturparkschau damit konkurrieren?

Ottmann: Nein, jeder Vergleich hinkt, das hieße Äpfel mit Birnen vergleichen. Die Floriade in Venlo ist eine Weltgartenausstellung, für die Brücken, Wahrzeichen, Kunstwerke und etliche Neubauten aus der Erde gestampft werden. Die Wirtschaftsförderungs-Gesellschaft des Kreises Viersen schafft hier ein Netzwerk, wie wir uns auf deutscher Seite da einbringen. Im Rahmen des Interreg-Projektes „Region ohne Grenzen“ erarbeitet die WFG ein Marketingkonzept für den touristischen Bereich und investiert hierfür bis 2012 insgesamt 18.000 Euro. Unsere Naturparkschau will zwar auch Aufmerksamkeit auf sich lenken, aber im bescheidenen Rahmen und immer eingebettet in den vorgegebenen natürlichen Strukturen.


Frage: Was werden Sie und Ihr Zweckverband im Zuge der Naturparkschau entwickeln?

Ottmann: Beispielsweise Premium-Wanderwege, die wir unter den Titel Wasser-Wander-Welt stellen. Ferner schulen wir Menschen aus der Region, die Besuchern unsere Wasserlandschaften näher bringen. Wer nicht so gerne wandert, für den bieten kulturelle Aktionen Anreize: Musik Literatur, Theater, Film, bildende Kunst. Zum Thema Wasser-Blicke wollen wir einen Fotowettbewerb ankurbeln, der auch Themen wie Braunkohle-Tagebau, erlebbare Schwalm oder Wasser in der Stadt anspricht. Hier sollen auch die Schulen eingebunden werden.

Frage: Wie wird der Höhepunkt der Naturparkschau aussehen?

Ottmann: So weit sind wir noch nicht, hier gibt es nur einige Ideen. Ich könnte mir musikalische Wasserspiele vorstellen. Die Stimmung muss rüberkommen, der Ort muss passen, alles muss naturverträglich sein. Musik sollte eine Rolle spielen – aber bitte kein Rockkonzert, kein Feuerwerk, keine schrillen Sachen. Eher Lichterspiele im Kerzenschein unter freiem Himmel bei Händels Wassermusik. Reizvoll finde ich auch, wie die Engländer so was angehen: mit Picknickkorb ins Grüne. Und: Dieses Top-Event sollte für Jedermann zugänglich und auch erschwinglich sein.


Info Naturparkschau

Als Kernbestandteil der Naturparkschau sollen an ausgewählten Standorten mit einzigartigen Ausblicken auf erlebbare Wasserlandschaften betretbare Platten mit Informationen installiert werden. Besucher werden über Landkarten oder GPS zu diesen Punkten geführt. Weiterer Bestandteil ist die ökologische Umgestaltung der Schwalm mit Anlage eines Wassererlebnisbereichs in Wegberg sowie ein Erlebnispfad „Tagebau.Folgen“. Hinzu kommen Veranstaltungen im kulturellen Bereich sowie in den Schulen.

Finanzierung

Das voraussichtliche Volumen beträgt rund 621.000 Euro, das Land NRW fördert die Schau mit 435.000 Euro. Zehn Prozent trägt der Naturpark, der Rest wird durch Sponsoren aufgebracht.


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