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Die Regen-Mission Teil II


….
Schnell machte Ferdinand einen Hüpfer rückwärts, als er Asphalt unter den Füßen spürte.
„Was sind wir doch für Trottel!“, fluchte Frieda. „Wie konnte das bloß passieren?“
„Wo sind die ganzen Autos?“, wunderte sich Henriette.
Und tatsächlich. Wie eine Straße in einer Geisterstadt wirkte die vierspurige Schneise, die den Großen Fichtenwald in zwei Teile trennte. Kein Auto war zu sehen oder zu hören, soweit das Auge reichte. Aus beiden Richtungen näherten sich keine Lichter. Als wären die Menschen alle ausgestorben.
Als sie noch so dastanden und sich wunderten, kam mit einem Mal quer über die Schnellstraße ein Tier auf sie zugelaufen. Sie erschraken und gingen endlich ein Stück von der Straße zurück hinter die erste Baumreihe. Dann erkannten sie aber, dass es nur ein Reh war, das im Dunkeln in aller Seelenruhe die gefährlichste Stelle weit und breit überquerte. Es grüßte knapp, aber durchaus freundlich und wollte schon in den Wald verschwinden, aus dem die Freunde gerade gekommen waren. Da blieb das Reh kurz stehen, drehte sich noch einmal um und sagte: „Verdammtes Mistwetter, was? Aber wann hat man mal wieder eine so gute Gelegenheit für einen Spaziergang querfeldein? Das muss man ausnutzen, nicht wahr? Stau und Sonne gleichzeitig, das wär’s mal, was?“
Damit ging das Reh weiter. Igor, Frieda und Henriette hatten nicht viel von dem Gefasel dieses lebensmüden Verrückten verstanden. Aber Ferdinand wusste nun Bescheid. Stau, das hatte er schon mal aus der Luft gesehen.
„Die haben wohl die ganze Straße abgesperrt, vielleicht weil es irgendwo einen schlimmen Verkehrsunfall gegeben hat. Oder es liegen umgeknickte Bäume auf der Schnellstraße“, erklärte Ferdinand. „Aber wir sollten trotzdem so schnell wie möglich hier verschwinden. Man weiß nie, wie lange ein Stau anhält. Kommt!“
Sie gingen noch ein Stück weiter in den Wald zurück. Dann blieben sie stehen, um zu beraten, wie sie nun weitergehen sollten.
„Ohne Lichter haben wir keinen Anhaltspunkt, wann wir rechts abbiegen müssen. Was machen wir denn nun?“, jammerte Henriette. „Meine Regenjacke ist schon seit dem Hoftor durch und ich glaube, mein Pullover ist auch bald soweit.“
Umkehren war jedenfalls keine Option. Da waren sie sich einig.
„Wir sind doch schon so weit gekommen!“, sagte Igor.
Ferdinand, der die Gegend ja aus der Luft ein bisschen kannte, schlug vor: „Wir biegen einfach hier rechts ab und gehen neben der Schnellstraße entlang, gerade hinter den ersten Bäumen im Wald. Dann stoßen wir früher oder später auf den Bach und gehen am Bach entlang von der Schnellstraße weg, bis wir den Kessel von Korelius gefunden haben.
So wurde es gemacht, aber der Plan sollte nicht aufgehen. Das Gewitter wurde immer heftiger. Henriette war nicht die einzige, die bald komplett durchnässt war. Sie begannen schlimm zu frieren und immer noch war kein Bach zu sehen. Als sie plötzlich eine kleine Holzhütte auf dem schmalen Streifen zwischen Straße und Wald sahen, waren alle erleichtert, dass sie einen Unterschlupf gefunden hatten. Hier wollten sie abwarten und weitergehen, wenn das schlimmste Gewitter über sie hinweg gezogen war.
Ferdinand öffnete die Holztür, die schwergängig war und erbärmlich in den Angeln quietschte.
„Hier war aber lange keiner mehr!“, sagte Frieda und wischte ein paar Spinnenweben aus dem Weg.
„Igitt!“, machte Henriette und betrat vorsichtig als letzte die Hütte, indem sie sich unter den Spinnenwebenresten hindurch duckte.
„Igor, mach doch mal deine Taschenlampe an! Man sieht ja gar nichts!“, hörte man Ferdinands Stimme in der Dunkelheit.
„Frieda hatte die Taschenlampe zuletzt“, antwortete Igors Stimme.
„Aua!“


Das war Frieda und ein Rumpel-Geräusch ertönte.
„Ich hab‘ mir das Knie gestoßen. Moment!“
Dann hatte Frieda offensichtlich die Taschenlampe angeschaltet, denn Henriette konnte plötzlich wieder etwas sehen. Und gleich darauf kreischte sie vor Schreck auf. An den Wänden hingen Knochen und Zähne von riesigen Tieren, so als wäre die Hütte aus Gebeinen und nur von außen mit Holz getarnt. Auch Igor, Ferdinand und Frieda zuckten ein Stück Richtung Ausgangstür zurück. Henriette stand schon wieder draußen im Regen.
„Wartet mal!“, sagte Frieda, die sich als erste wieder vom Schrecken erholt hatte. „Henriette, es passiert uns ja nichts. Das sind nur Knochen. Die sind schon tot und können uns nichts mehr tun. Hier ist niemand außer uns.“
Frieda leuchtete mit der Taschenlampe nacheinander in jede Ecke, unter den Holztisch und unter die Bänke, die an drei Seiten der Hütte angebracht waren. Nur an der Wand, die der Tür gegenüberlag, waren keine Bänke, sondern ein großer Kamin aus Feldsteinen.
Jetzt sah man auch, dass die Wände doch aus Holz bestanden. Aber über dem Kamin und über allen Bänken waren hunderte große Knochenteile angebracht. So wie in anderen Häusern Bilder an den Wänden. Die Knochenteile sahen alle gleich aus, auch wenn die Größe stark variierte. Alles waren lange, gebogene, helle Stücke.
„Sind das Zähne?“, fragte Igor. „Spitze Raubtierzähne?“
„Die sind ja riesig! Meint ihr, in dieser Hütte wohnt eine Art Monster?“, fragte Henriette mit zittriger Stimme.
„So ein Quatsch!“, sagte Frieda, aber ihre Stimme klang nicht sehr fest. „Wieso sollte das Monster seine eigenen Zähne an die Wände hängen?“
„Vielleicht wohnt hier ein noch viel größeres Monster und die Zähne stammen von Raubtieren, die es gefressen hat“, gab Ferdinand wenig hilfreich zu bedenken.
„Oder es sind seine ausgefallenen Milchzähne“, fiel Igor ein. Er schauderte: „Dann wären seine jetzigen Zähne noch viel größer als diese hier.“
Plötzlich sagte eine fremde, tiefe Stimme hinter ihnen: „Es sind Elefantenstoßzähne, die ein zwar kleines, aber umso fieseres Monster gesammelt hat.“
Diesmal schrien alle. Sie fuhren herum und da stand ein großer Schatten in der Türöffnung. Er füllte den Rahmen fast aus. Draußen zuckten immer noch Blitze über den Himmel und erhellten grobe Borsten und wilde Zähne. Das war alles, was sie erkennen konnten. Ferdinand, Frieda und Henriette wichen vor dem Schatten zurück. Frieda stieß einen Hocker um und drückte sich an die Feldsteine des Kamins. Nur Igor hatte sich nicht von der Stelle gerührt. Sein Igelreflex hatte ihn veranlasst, sich sofort an Ort und Stelle zusammenzurollen.
„Das Monster!“, schrie Henriette.
„Seht doch!“, stammelte Frieda. „Es hat wirklich riesige Zähne!“
„Igor, lauf weg!“, rief Ferdinand. „Es wird dich aufspießen!“
Da fing der Schatten auf einmal an, tiefe, grunzende Geräusche abzugeben und zu beben. Es dauerte einen Moment, bis Frieda begriff, dass der Schatten lachte.
„Ha, ha, ha, ha!“
Er konnte sich offensichtlich vor Lachen gar nicht wieder einkriegen. Im Licht des nächsten Blitzes erkannte Frieda, dass sich das Schattenwesen sogar den Bauch halten musste. Dann fing es an, zwischendurch mühsam nach Luft zu schnappen. Vorsichtig machte Frieda einen Schritt auf das Wesen zu.
„Was…?“, murmelte sie leise wie zu sich selbst. „Wer ist das?
Der Berg von einem Schatten war jetzt seitlich gegen den Türrahmen gekippt, der wiederum unter dem Gewicht bedrohlich ächzte. Vom Lachen wurde gleich die halbe Holzhütte mit durchgeschüttelt. Frieda ging noch zwei Schritte näher heran.
Als wieder ein Blitz den Bereich an der Tür kurz erhellte, sah Frieda kleine Augen, in denen Lachtränen standen, ein graues Borstenfell, flauschige Ohren und ein paar gar nicht so rekordverdächtig große Zähne, die seitlich aus einem Maul mit Schweinsnase herauswuchsen.
„Korelius?“, fragte Frieda zaghaft.
„Jahahahahaaa!“, wieherte der Keiler und hielt plötzlich inne, riss die Augen auf und machte: „Buh!“


Frieda zuckte zurück und wieder johlte der Keiler wie besessen los. Nun leuchtete Frieda das „Schattenwesen“ mit der Taschenlampe an, so dass jeder erkennen konnte, wen sie vor sich hatten. Und endlich lachten alle mit. Igor entrollte sich allmählich wieder, aber dann rollte er sich wieder, nur diesmal vor Lachen.
Es dauerte wirklich ziemlich lange, bis sich alle wieder etwas beruhigt hatten. Bei den vier Freunden musste sich wohl erst die ganze Angst, sich verlaufen zu haben, die Mühsal, die Kälte und der Schreck auflösen. Am längsten brauchte Korelius Keiler, was das folgende Gespräch etwas holprig machte. Aber zusammengefasst ging es etwa so:
„Hallo Korelius!“, begrüßten ihn die Freunde. „Hast du uns aber erschrocken!“
„Guten Abend, ihr vier Schreckgespenster!“, antwortete Korelius. (An dieser Stelle begann er zum Beispiel gleich wieder zu glucksen.) „Was treibt euch denn hierher?“
Die Freunde erklärten dem Keiler, dass sie zu ihm gewollt hatten und wie es dazu gekommen war, wie sie den Weg gefunden und dann verloren hatten. Sie erzählten von Stau und den fehlenden Lichtern. Und endeten wieder bei der Entdeckung der riesigen Zähne in dieser seltsamen Hütte.
„Korelius, ist das deine Hütte?“, fragte Igor ängstlich.
„Ganz im Gegenteil, mein kleiner Freund! Ganz im Gegenteil!“, antwortete der Keiler.
„Weißt du etwas darüber?“, fragte Ferdinand. „Das musst du uns mal erklären. Was ist das für eine merkwürdige Gruselhütte?“
Korelius Keiler, der alte Stinkstiefel, der Henriette irgendwie gar nicht mehr so grummelig und eigenbrötlerisch vorkam, erzählte, dass diese Hütte einem Menschen gehört hatte, der nun aber schon einige Jahre nicht mehr aufgetaucht war.
„Wahrscheinlich ist er gestorben“, vermutete Korelius.
Der Mensch war nämlich ein älterer Mann gewesen, der jedes Wochenende mit einem schicken Sportwagen vor der Hütte vorgefahren war, immer in grüner Kleidung und immer mit einem Berg Waffen und Alkohol bepackt.
„Naturgemäß bin ich natürlich kein großer Freund von Jägern“, erklärte Korelius. Da war er in diesem Kreise nicht der einzige, aber die Freunde unterbrachen ihn nicht, um ihre differenzierten Meinungen dazu kundzutun. Sie ließen ihn weitersprechen.
„Dieser Mann war aber einer von der ganz komischen Sorte. Der ist wohl regelmäßig nach Afrika und was weiß ich wohin gefahren, um dort extra seltene Tiere abzuschießen. Wie ihr seht, hat er seine Trophäen hier in der Hütte versteckt und gesammelt. Besonders Elefantenstoßzähne. Sogar unter den anderen Jägern durfte er sich damit nämlich nicht sehen lassen.“
„Elefanten sind doch gigantisch groß! Und das sind hier sicher dutzende Elefanten gewesen. Wie kann er so viele Elefanten aufgegessen haben?“, fragte Henriette.
„Hat er bestimmt nicht“, erklärte Korelius ihr. „Man schießt den Elefanten, sägt die zwei Stoßzähne ab und lässt den Rest liegen wie Abfall. So funktionierte das bei diesem Jäger!“
„Aber das macht ja gar keinen Sinn“, warf Igor traurig ein.
„Nein, macht es nicht“, antwortete Korelius.
Nach einer kurzen Pause fuhr er fort: „Aber jetzt scheint er tot zu sein und niemand kümmert sich mehr um die alte Jagdhütte, die hier versteckt im hintersten Winkel steht. Ich komme manchmal vorbei, weil ich nicht weit entfernt wohne. Aber im Grunde interessiert dieser ganze Kram hier niemanden mehr.“
„Lasst uns bitte verschwinden!“, bat Henriette und schauderte. „Ich finde es furchtbar hier!“
„Kommt mit zu mir“, sagte der Keiler, drehte sich um und lief los, ohne auf Antwort zu warten.
Die Freunde mussten sich vorsehen, um mit dem Keiler Schritt zu halten. Der pflügte nämlich einfach so durchs Unterholz wie eine personifizierte Dampfwalze. Da die Freunde dem Keiler also mit einem gewissen Abstand folgten, unterhielten sie sich leise über ihn.
„Ich hab seine Hauer zuerst wirklich für Monsterzähne gehalten“, gab Frieda kleinlaut zu.
„Die sehen aber ja auch wirklich gefährlich aus. Findet ihr nicht?“, fragte Henriette.
„Sind sie ja auch“, antwortete Ferdinand. „Mit Wildschweinen ist nicht zu spaßen, wenn sie böse werden.“
„Aber Korelius hatte seinen Spaß, als wir vor ihm erschrocken sind. Wer so ulkig lacht, vor dem kann ich echt keine Angst haben“, meinte Henriette. „Wie der gegrunzt hat! Hihi!“


„Los, wir müssen mal einen Zahn zulegen!“, warf Igor ein. „Sonst verlieren wir Korelius noch.“
Den restlichen Weg zu Korelius Keilers Wohnkessel, der mehr oder weniger entlang des Baches führte, dann aber ohne sichtbaren Pfad irgendwo in den Wald abbog, kamen die Freunde nicht mehr dazu, miteinander zu sprechen. Ihre ganze Atemluft wurde zum Laufen benötigt. Endlich hielt Korelius vor seinem Kessel an.
„Den hätten wir bestimmt nie gefunden!“, schnaufte Ferdinand.
„Hereinspaziert in die warme Stube!“, sagte Korelius und die Freunde ließen sich nicht lange bitten. Es regnete immer noch Bindfäden und das Gewitter schien nicht nachzulassen. Im Kessel des Keilers machten die Freunde es sich bequem. Darin war zwar nicht sehr viel Platz, aber das machte keinem etwas aus. Dadurch wurde ihnen nur schneller warm und ihre Sachen trockneten. Korelius erzählte ihnen ein wenig von seinem Einsiedlerleben, seinen Begegnungen mit den verschiedenen Jägern und wie er sie alle immer wieder ausgetrickst hatte. Der Keiler hatte ein paar seltsame Hobbys und Ansichten. Aber insgesamt fanden die Freunde ihn eigentlich eher interessant, als merkwürdig.
Als das Gewitter endlich aufgehört hatte, wurde der Himmel wieder heller. Es nieselte nur noch leicht. Aber es war sehr spät geworden und die Sonne ging schon unter. Höchste Zeit also aufzubrechen, solange die Freunde noch ein wenig Tageslicht hatten.
Vor lauter Geplauder vergaßen die Freunde am Ende fast noch, dem Keiler seine Medizin dazulassen. Igor holte die Medizin aus dem Rucksack und gab sie Korelius, der die Flasche gleich öffnete und den ganzen Inhalt mit einem Schwung auf einmal austrank.
„Ahhhh!“, machte er, als er das Fläschchen absetzte. „Endlich wieder normal!“
Die Freunde wunderten sich schon gar nicht mehr über den komischen Keiler.
„Recht vielen Dank, dass ihr die Medizin gebracht habt!“, sagte Korelius ihnen zum Abschied. „Richtet Dr. Kuh bitte aus, dass ich mir die nächste Medizin natürlich selbst am Stalltor abholen komme, falls der Bauer die Kuhherde dann immer noch drinnen hält. Wenn ich gewusst hätte, was da auf dem Hof los ist, hätten Dr. Kuh und ich das sicher gleich so verabredet. Ich bin ja nicht so krank, dass ich nicht die paar Schritte laufen könnte!“
Nein, eigentlich kam Korelius Keiler ihnen gar nicht krank vor, sondern eher ziemlich fit.

Als sie sich verabschiedet hatten und schließlich auch den richtigen Waldweg wiedergefunden hatten, fragte Igor die anderen: „Was, meint ihr, war das für eine Medizin? Er braucht sie ganz dringend heute noch, wühlt sich aber voran wie ein Berserker und ist total fit. Ist doch seltsam, oder nicht?“
„Also, eine simple Grippe hat er jedenfalls nicht“, bestätigte Ferdinand.
„Man kann eben nicht jede Krankheit von außen erkennen“, antwortete Henriette.
„Das geht uns gar nichts an“, erwiderte Frieda. „Ich glaube nicht, dass Korelius so zurückgezogen leben und regelmäßig sein Image als Stinkstiefel pflegen würde, wenn er jemanden bräuchte, der eine neugierige Nase in seine Angelegenheit steckt.“
„Da hast du Recht“, sagte Igor. „Er war zwar nett und freundlich zu uns, aber er hat am liebsten seine Ruhe. Ich glaube, er war jetzt auch froh, dass er seinen Kessel wieder für sich alleine hat.“
„Na gut, dann erzähle ich einfach jedem, der mich danach fragt, dass Korelius ein alter Stinkstiefel ist. Das wäre ihm bestimmt am liebsten“, sagte Henriette. „Es muss ja keiner wissen, dass ich ihn in Wirklichkeit mag.“
Eine ganze Weile gingen sie weiter, ohne zu sprechen. Aber kurz bevor sie aus dem Großen Fichtenwald hinaus auf die Weiden am Bauernhof treten wollten, hielt Frieda ihre drei Freunde noch einmal an.
„Wartet mal kurz! Ich muss euch etwas zeigen“, sagte sie. „Und ich bin mir noch nicht sicher, ob die Tiere auf dem Bauernhof das auch sehen sollen.“
Frieda holte aus ihrer Hosentasche ein zusammengefaltetes Stück Papier.
„Das hab ich in der Hütte von diesem ollen Elefanten-Jäger gefunden. Es lag wahrscheinlich auf dem Hocker, den ich versehentlich umgeworfen habe. Seht mal!“
Frieda entfaltete das Papier und zeigte ihnen, was da stand. Das Papier schien eine Landkarte zu sein, und eine Überschrift in der Ecke lautete: „Mein Schatzlager“.


„Fantastisch!“, staunte Henriette und dachte sofort an afrikanischem Schmuck, Gold und Diamanten. Ferdinand stellte sich stattdessen noch mehr Stoßzähne, Leopardenfelle und andere Jagdtrophäen darunter vor. Frieda vermutete eher so etwas wie eine wertvolle Uhrensammlung oder eine ganze Kollektion Sportwagen in einer versteckten Garage.
Igor konnte gerade nur noch an Abendessen denken und hatte einen gigantisch großen Apfelkuchen vor Augen. Als er das erwähnte, beschlossen sie, erst einmal weiter nach Hause zu gehen.
Auf dem restlichen Weg war es bemerkenswert still. Jeder hing seinen eigenen Gedanken nach. Erst wenn sie zurück in Friedas Fuchsbau nach einem guten Abendessen mit heißer Schokolade gemütlich vor dem Kamin sitzen würden, wollte Frieda die Schatzkarte wieder herausholen und sie auch Nils und Lasse zeigen. Aber sie war sich jetzt schon sicher: Das würde eine spannende Sache werden.



Quelle:

Ina Wosnitza
Naturschutz & Naturparke, Heft 240
Mitgliederzeitschrift des Vereins Naturschutzpark e.V. (VNP)
>www.verein-naturschutzpark.de


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