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Die Naturparkschau.NRW.2012 wirft ihre Schatten voraus


Der Baumaschinenlärm an der Schwalm im Ortszentrum Wegbergs ist verstummt. Intensiv untersuchen Mitarbeiter des Schwalmverbands und der Firma ERWA ein armdickes Kabel und versuchen verzweifelt die Leitung zu identifizieren und in den Planungsunterlagen zu entdecken. Glücklicherweise versteht der Führer des 23-Tonnen Baggers, Hans Dick, sein Handwerk und hat nur vorsichtig die Tonabdeckung des Kabels angekratzt. Klaus Reuters, der Geschäftsführer der Firma Erd- und Wasserbau Niederrhein aus Brüggen, ist erstmal beruhigt, nicht auszudenken welche Kosten und Folgen eine Beschädigung des Kabels verursacht hätte. Ganz zu Schweigen von dem Ärger, wer für die Kosten aufzukommen hätte. Weder bei der Stadt noch beim örtlichen Energieversorger kennt man die Leitung. Letzte Möglichkeit ist die Telekom. Eilige Telefongespräche von Roland Otlewitz vom Schwalmverband sollen das Problem lösen.



Bei dem Projekt handelt es sich um die Renaturierung eines etwa 100 m langen Teilbereichs der Schwalm im Ortskern der Stadt Wegberg. Der grabenartige Flussverlauf soll nach den Planungen des Landschaftsarchitekturbüros Hermanns aus Niederkrüchten und des Schwalmverbands aufgeweitet und naturnah gestaltet werden. In der Flussmitte soll eine kleine Insel entstehen, die über Trittsteine erreicht werden kann. Mit Baumstämmen und Findlingen soll die Schwalm ökologisch belebt und optisch verändert werden. Die Gestaltung der Uferzonen ermöglicht es interessierten Besuchern, das Wasser und seine Lebewesen hautnah zu erleben. Holzbänke auf beiden Seiten des Flusses bieten einen Überblick über die neugeschaffene Aue und laden zum Verweilen ein. So soll dieser Teil der Schwalm für Bewohner und Besucher der Stadt Wegberg zum Erlebnisbereich werden.


Mit dem Konzept „Wassererlebnis Schwalm“ hat sich die Stadt Wegberg 2009 an den Naturpark Schwalm-Nette gewendet, um eine Förderung im Rahmen der Naturparkschau.2012 zu erreichen. Nach gründlicher Prüfung der Vorplanungen wurde schnell klar, dass die zur Verfügung stehenden Fördermittel aus der Naturparkschau in Höhe von 45.000,- € allein nicht für das Vorhaben ausreichen. Gesamtkosten von über 100.000,- € wurden kalkuliert. Durch die Zusammenarbeit mit dem Schwalmverband, der mit der Maßnahme gleichzeitig die von der EU geforderte ökologische Verbesserung dieses Schwalmabschnittes realisiert, konnten aus dem wasserwirtschaftlichen Förderprogramm des Landes NRW weitere umfangreiche Landeszuschüsse gewonnen werden.

Nur wegen der Zusammenarbeit von Naturpark Schwalm-Nette, Schwalmverband und Stadt Wegberg und der finanziellen Unterstützung durch das Land NRW ist die Umsetzung des Projektes möglich. In Zeiten knapper Finanzmittel ein gutes Beispiel für Synergieeffekte durch praktische Zusammenarbeit.

Roland Otlewitz ist schließlich dank beharrlicher Ausdauer dann doch noch erfolgreich. Nach einigem hin und her erreicht er endlich den zuständigen Mitarbeiter. Inzwischen laufen die Motoren der Baugeräte wieder, denn der Mitarbeiter der Telekom war schnell vor Ort, hat schnell reagiert und eine Verlegung des Versorgungskabels in den zukünftigen Rad- und Gehweg veranlasst. Jetzt hoffen alle Beteiligten, dass im Untergrund nicht noch weitere Überraschungen schlummern, denn die wasserbaulichen Arbeiten sollen bis Ende des Jahres abgeschlossen sein, damit es im Jahr der Naturparkschau.2012 in der Aue wieder grünt.


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